Grundausstattung Küche
Von Jan-Eric Reismann ·
Ich habe irgendwann durchgezählt, welche Sachen in meiner Küche tatsächlich jede Woche benutzt werden. Es waren erschreckend wenige.
Ganz oben steht ein großes Messer. Nicht drei, eins. Dazu ein kleines für Zwiebeln und Kräuter und ein Sparschäler. Der Rest im Messerblock ist Dekoration. Wichtiger als die Anzahl ist, dass das Messer scharf ist. Ein stumpfes Messer rutscht ab und man drückt mehr, als man schneidet, das ist der eigentliche Grund für die meisten Küchenunfälle.
Dann ein großes Brett aus Holz. Groß heißt wirklich groß, mindestens vierzig Zentimeter. Auf kleinen Brettern fällt ständig etwas herunter und man schneidet in einer Ecke, in der kein Platz ist.
Bei den Töpfen reichen drei. Ein großer für Nudeln und Eintöpfe, ein mittlerer für alles andere, ein kleiner für Sauce oder Milch. Dazu zwei Pfannen. Eine beschichtete für Ei und Pfannkuchen und eine aus Eisen für alles, was braun werden soll. Die beschichtete kommt nie über mittlere Hitze, sonst ist sie nach einem Jahr hin.
Was ich lange unterschätzt habe, sind Schüsseln. Man braucht mehr davon, als man denkt, und zwar in verschiedenen Größen. Beim Kochen liegt sonst alles auf dem Brett herum.
Ungenutzt stehen bei mir eine Küchenmaschine, ein Reiskocher und irgendein Gerät zum Dampfgaren. Alle drei waren Geschenke, alle drei funktionieren, alle drei benutze ich nicht. Das Problem ist nicht das Gerät, sondern das Rausholen und Spülen danach.
Was sich dagegen gelohnt hat, ist eine digitale Waage für ein paar Euro und ein Stabmixer. Der Stabmixer püriert direkt im Topf, das spart den ganzen Umfüllvorgang.
Nikolas hat in seiner Küche deutlich weniger stehen als ich. Auf meine Nachfrage meinte er nur, dass die meisten Geräte Arbeitsschritte ersetzen, die ohnehin nicht das Problem sind. Das Problem ist eher, dass man nach dem Kochen keine Lust mehr auf Spülen hat.
Seitdem kaufe ich nichts mehr, das mehr als zwei Teile hat.