Jan-Eric Reismann

Einkaufsroutine

Von Jan-Eric Reismann ·

Ich kaufe zweimal die Woche ein. Einmal groß und einmal klein, und das hat mehr verändert als jeder Vorsatz, öfter zu kochen.

Vorher war es so, dass ich fast täglich unterwegs kurz etwas mitgenommen habe. Das klingt praktisch, führt aber dazu, dass man ständig Dinge kauft, die man schon hat, und trotzdem nie das da ist, was man gerade braucht.

Der große Einkauf ist der wichtige. Da kommt alles rein, was sich hält. Nudeln, Reis, Linsen, Mehl, Konserventomaten, Zwiebeln, Kartoffeln, Öl, Essig. Dazu Gemüse für die ersten Tage. Der zweite, kleine Einkauf in der Wochenmitte holt nur noch das Frische nach, also Salat, weiches Gemüse und was sonst schnell weg muss.

Wichtiger als die Liste ist bei mir der Vorrat. Es gibt eine Handvoll Sachen, die immer da sein müssen, und wenn eine davon aufgebraucht ist, kommt sie sofort auf den Zettel, auch wenn ich sie diese Woche nicht brauche. Mit Nudeln, Konserventomaten, Zwiebeln, Knoblauch, Eiern und einem Stück Hartkäse bekommt man an jedem Abend noch ein Essen hin. Das ist mein Sicherheitsnetz gegen Lieferdienste.

Was ich mir angewöhnt habe, ist ein kurzer Blick in den Kühlschrank, bevor ich losgehe. Zwei Minuten, nicht mehr. Ich schaue nicht nach, was fehlt, sondern was noch da ist und weg muss. Danach schreibe ich die Liste. Das dreht die Reihenfolge um und ist der Grund, warum bei mir weniger schlecht wird.

Ohne Liste gehe ich nicht mehr los. Nicht aus Ordnungsliebe, sondern weil ich ohne Zettel zuverlässig zu viel und trotzdem falsch einkaufe.

Beim Gemüse kaufe ich inzwischen weniger auf Verdacht. Früher lagen im Wagen drei Sachen, von denen ich beim Einpacken schon wusste, dass ich sie nicht verplant hatte. Jetzt gilt bei mir die Regel, dass jedes frische Teil zu einem konkreten Abend gehören muss. Wenn mir kein Abend einfällt, bleibt es liegen.

Was gut funktioniert, ist ein fester Tag für den großen Einkauf. Bei mir ist es Samstagvormittag. Nicht weil das besonders klug wäre, sondern weil ich dann nicht jede Woche neu entscheiden muss, wann ich es mache. Alles, was ich nicht entscheiden muss, passiert zuverlässiger.

Und ich versuche, nicht hungrig einzukaufen. Das ist der älteste Ratschlag überhaupt und stimmt trotzdem jedes Mal.

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